Der 8. spirituelle Körper: Pranakörper

Der Pranakörper ist unsere Verbindung zum unendlichen Energiefluss. Dabei geht es nicht um das Ansammeln von Energie in einer statischen Form, sondern um den Zugang zum Fluss des Lebens. Wenn die pranische Energie als Besitz missverstanden wird, führt dies zu Machtkämpfen, bei denen Menschen darum ringen, ein wenig mehr von der begrenzten Energie zu erlangen, anstelle daran zu arbeiten, selbst eine unendliche Verbindung herzustellen.

Ein unausgeglichener „Pranahaushalt“ kann zu Wassereinlagerungen und zu erzwungener, missbrauchter Autorität führen. Ebenso besteht damit die Tendenz, natürliche Autoritäten abzulehnen und damit ein Leben im Traum zu verbringen. Ein ausbalancierter Pranafluss drückt sich in einer Reinheit des Körpers und der umgebenden Umwelt sowie einer Klarheit des Geistes aus.
Prana ist dasselbe wie Chi oder Qi; es ist die Energie, welche durch die Meridiankanäle des Körpers fliesst. Sie ist unendlich und durch ihren Fluss können wir die Beziehung unseres endlichen Bewusstseins zum unendlichen Bewusstsein erfahren.

Dies kann jedoch zu einem verträumten und entrückten Zustand führen. Von grossen und kraftvollen Ideen zu träumen, ohne festen Boden – sprich Know-how oder eine praktische Weisheit – wird das Vorstellungsvermögen in die Realitätsflucht eintauchen. Schritt für Schritt, Atemzug um Atemzug, beide Füsse am Boden und mit dem Blick gleichzeitig unter und über den Wolken; dies ist die Balance zwischen Pranakörper und den anderen Dimensionen.

Pranische Energie hat viel mit Heilung und Sterben zu tun. Sie ist eine Kraft der Klärung und der Reinigung. Also wird dort, wo ein Mangel an pranischer Energie vorliegt, Krankheit die Folge sein. In dieser achten Dimension können wir erfahren, wie unsere Muster, unsere Rhythmen und Strukturen aus der Leere heraus Form annehmen und wieder in diese Leere zurückfallen. Die Vorstellungskraft ist unendlich im Raum und ewig in der Zeit, so dass eine Lebensspanne in einem Moment gefühlt, und der Raum im Nu durchquert werden kann. Dies ist der Bereich, der uns Tagträume ermöglicht. Am liebsten würden wir unsere gesamte Zeit mit dem Kopf in den Wolken verbringen. Ideen können hingegen nur Schritt für Schritt und Atemzug um Atemzug realisiert werden.

Völlig in das Gebiet des Pranakörpers einzutreten heisst, zeitlos – jenseits der Zeit zu sein, indem die gesamte Zeit in den gegenwärtigen Moment des Jetzt hineinprojeziert wird. Es ist die fortwährende Erinnerung an das Gegenwärtige, was auch fortwährendes Vergessen der Vergangenheit und der Zukunft ist. Solange wir uns aber im physischen Körper der menschlichen Existenz befinden, kann dies nur bis zu einem bestimmten Mass und in seltenen Momenten der Meditation erfahren werden. Ausserkörperliche Erfahrungen bewegen sich auf dem Strom von Prana. Der Wiedereintritt in den physischen Körper könnte sich ohne die anderen Körper schwierig gestalten. Deshalb stellen diese Art von Erfahrungen eine gefährliche Praxis dar – ausser wir wissen, wie die Verbindung aufrechterhalten wird, und wie wir wieder zurückkehren können.

Heilung umfasst unter anderem, dass die Gründe für das Leiden einem Todesprozess unterzogen werden. Krankheiten, die aufgrund eines Widerstands gegen die allumfassende Energie auftreten, sind paradoxerweise Versuche, den Schmerz zu vermeiden. Energie in Form von Prana fliesst und bewegt sich wie Wasser, und wenn sie nicht den einen Weg gehen kann, wird sie einen anderen finden. Hier bietet sich die Möglichkeit an, mit der Energie anderer Menschen zu verschmelzen und sie zu heilen. Der Heiler bietet sich selbst als eine alternative Möglichkeit für blockierte Energien an. Wichtig ist, dass Kraft, Macht, Prana oder Energie nicht persönlich, sondern eher wie ein unendliches Lagerhaus sind, ein gemeinsamer Weidegrund, zu der alle Lebewesen gleichberechtigten Zugang haben. Text: Shiv Charan Singh (Lass dich von den Zahlen leiten)

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