Pünktlich zum Herbstbeginn verlagern wir unseren Schwerpunkt vom Feuer- zum Luftelement. Die Zeit der Hitze, der grossen Energie ist vorbei. Wir kommen in ruhigere, mystischere aber auch unberechenbarere Gewässer.

Luft ist das Wesen des Atems – des Atems, der noch zu atmen ist; das Gefühl, das noch zu fühlen ist; oder die Erfahrung, die noch zu erfahren ist. Luft steht für die Kinder von Morgen, die – kaum sind sie aufgetaucht – schon wieder vergehen. Luft ist wie die Zukunft, schwer zu greifen. Luft schlüpft uns durch die Finger und ist schon wieder weg, bevor wir es merken.

Mit dem Schritt ins vierte Element stehen wir an einem Scheidepunkt. Wir verlassen den „sicheren Hafen“ der Vergangenheit und begeben uns in eine unbekannte Ebene, die nur schwer zu berechnen ist. Die Zukunft bringt Ungewissheit und Krisen, beinhaltet aber auch die grosse Chance, sich zu entwickeln und weiterzukommen. Krisen können ein ständiger Begleiter dieses Elements sein. Wir müssen alte Strukturen verlassen, um ins Neue, Ungewisse aufzubrechen. Das macht Angst und braucht Vertrauen und schliesslich die Verpflichtung, den neuen Weg mit allen seinen Konsequenzen zu gehen.

Das Element Luft ist eng mit unserem Herz Chakra und dem „Dritten Auge“ (Intuition) verbunden. Es ist wie eine Blüte, die sich für alles Schöne aber auch Unschöne öffnet. Damit werden wir verletzlich. Wir kennen dieses Phänomen insbesondere von der Liebe. Je mehr sich unser Herz öffnet, desto schöner wird das gemeinsame Erlebnis, aber auch der Liebesschmerz. Das Herz ist ein gefährlicher Ort. Aber es ist der einzige Ort, um zu leben.

Jede Verletzung – jede brennende Begegnung – bringt uns weiter, wenn wir es schaffen, sie zu akzeptieren, den Schmerz zu fühlen und nicht zu verdrängen. Eine Krise kann sich so anfühlen, als ob du in dem Raum deiner Angst eingeschlossen wärst und hoffst, dass jemand in öffnet, um dich freizulassen. Nur – der Schlüssel steckt auf der Innenseite. Und dieses Innenleben gilt es zu erkennen und zu erforschen. Das ist Heilung und bereitet den Boden für neue, intuitive Schritte vor. Der kleine Prinz im gleichnamigen Meisterwerk von Antoine de Saint-Exupéry beschreibt es sehr schön: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.“

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