Januar: Seele und die Zahl 1

Januar – Zahl 1 – Guru Nanak – Seele 
Das Dharma der 1 ist Demut, Selbst-Initiation, Fokus.
Das Karma der 1 ist Demütigung, Isolation, Einsamkeit und Willensschwäche. 

Niemand demütigt uns. Es ist unsere Weigerung, klein zu sein, uns inmitten der uns umgebenden Weite unsere eigene Winzigkeit einzugestehen, die uns jenen Kräften ausliefert, die dafür geschaffen sind, uns ein Gefühl der Herabsetzung zu geben.
Ebenso ist es auch unsere eigene Fehlinterpretation unseres Gefühls des Alleinseins, die uns in einen Zustand der Isolation bringt. Auch wenn jeder von uns seine eigene Einzigartigkeit besitzt, so ist doch niemand allein. Grosse Reisen und grosse Ereignisse beginnen mit demütigen Anfängen. Schon allein der Wille anzufangen kann ausreichend sein. Gehe einen Schritt und viele Dinge werden zu dir kommen, dir auf dem Weg begegnen. Das ist es wofür wir unsere Individualität brauchen: Dass wir in der Lage sind, uns selbst zu Initiieren.
Januar ist ein Monat, um die Samen für das folgende Jahr zu setzen, die eigene Willenskraft für das Erreichen unserer Ziele zu sammeln und neue Vorsätze zu fassen. Dies mag durch die Winterpause und durch innere Regeneration geschehen und/oder durch fokussierte mentale Absicht und Nachdenken über unsere Ziele für das nächste Jahr. Der ganze Baum ist im Samen enthalten.
Unsere Gedanken, Worte und Handlungen im Laufe des Januars sind auch wie Samen, die alles enthalten, was sich im Laufe des Jahres entfalten wird. Auf gleiche Weise enthält das Mul Mantra, gesprochen von Guru Naanak, die Gesamtheit des Siri Guru Granth Sahib, und die Klangschwingung aller einzelnen Gurus, die in der Linie Nanaks folgten.

Der erste Ausdruck des Mul Mantras (Ek) ist der Same des Samens, und alles entfaltet sich von dort aus. Ek ist die Zahl 1. Es spricht von der Einheit und aller Seelen und der Solidarität zwischen ihnen. In diesem Monat geht es darum, die Seele in dir zu begrüssen und von dort aus die Seele in allem. Guru Nanak war der Startpunkt des Pfades, der Lebensweise der Sikhs.
Ein Pfad, der auf Einheit basiert, und der Intimität der Schöpfung mit dem Schöpfer. Er führte die Dinge wieder auf die einfache Perspektive elementarer Tugenden zurück: Aufrichtigkeit im Handeln, Gott in allem zu dienen und Erinnerung an den Schöpfer. Es war seine Gewohnheit, grosse Wanderungen zu unternehmen, um Menschen aus allen spirituellen Traditionen und aus allen Ecken der Welt zu treffen und mit ihnen die schlichten Wahrheiten des Lebens zu teilen.  (Text: Shiv Charan Singh)